Umlagerechner*

Mit unserem Umlagepflichtrechner können Sie als Arbeitgeber prüfen, ob Ihr Unternehmen bei Umlagepflicht (U1) Anspruch auf eine Erstattung im Fall einer Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall hat.

In unserer Rubrik Fachwissen&Mehr finden Sie eine Erläuterung der Umlage U1. Weitere Infos zum gesamten Umlageverfahren U1 + U2 finden Sie unterhalb des Pflichtrechners.

*Alle Angaben ohne Gewähr.

Erklärung Umlageverfahren U1 + U2

Ausgleichskasse und Erstattungsverfahren für Arbeitgeber

Um die finanzielle Belastung der Arbeitgeber durch Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder bei Mutterschaft zu verringern ist im Aufwendungsausgleichsgesetz im Rahmen des Umlageverfahrens U1 ist der Ausgleich für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall geregelt und im U2 Verfahren die Rückerstattung von Zahlungen bei Mutterschaft.

Das Umlageverfahren wird von den gesetzlichen Krankenkassen jeweils für ihre Versicherten durchgeführt, sofern keine Mitgliedschaft bei einer Krankenkasse besteht bei der zuständigen Einzugsstelle für die Renten- und Arbeitslosenversicherung. Wenn keine der Zuständigkeiten gegeben ist, wählt der Arbeitgeber die Krankenkasse.

Bei geringfügig Beschäftigten wir das Ausgleichsverfahren von der Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See durchgeführt.

 

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Beteiligte Arbeitgeber am Umlageverfahren U1

Das Umlageverfahren U1 wurde für kleinere Betriebe eingerichtet, die regelmäßig nicht mehr als 30 Arbeitnehmer beschäftigen. Ausgenommen sind Betriebe der öffentlichen Hand.

Die Feststellung über die Teilnahme am Ausgleichsverfahren U1 erfolgt in der Regel zu Beginn eines Kalenderjahres. Die Teilnahme ist vorgesehen wenn im abgelaufenen Kalenderjahr, für einen Zeitraum von acht Kalendermonaten nicht mehr als 30 anrechenbare Arbeitnehmer beschäftigt waren. Diese 8 Monate müssen nicht zusammenhängend sein.

Neu gegründete Unternehmen nehmen eine gewissenhafte Schätzung der Zahl der Arbeitnehmer für das erste Kalenderjahr vor. Diese Einschätzung hat auch Bestand falls die tatsächliche Zahl von der Schätzung abweicht.

Feststellung der Beschäftigtenzahl für das Umlageverfahren U1

Grundsätzlich sind alle Arbeitnehmer des Unternehmens zu berücksichtigen. Nicht zu berücksichtigen sind unter anderem:

  • die zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigten,
  • Praktikanten,
  • Teilnehmer an Freiwilligendiensten ( FSJ, FÖJ, BFD),
  • Vorruhestandsgeldbezieher,
  • Heimarbeiter und
  • Schwerbehinderte und ihnen Gleichgestellte.

Teilzeitbeschäftigte sind entsprechen ihrer Arbeitszeit anteilig zu berücksichtigen.

  • mehr als 30 Stunden mit Faktor 1
  • 30 Stunden mit Faktor 0,75
  • 20 Stunden mit dem Faktor 0,5 und
  • 10 Stunden mit dem Faktor 0,25

Hat ein Arbeitgeber mehrere Betriebe wird die Gesamtzahl der beschäftigten ermittelt.

Ist der Arbeitgeber an mehreren voneinander unabhängigen, rechtlich selbständigen Betrieben beteiligt erfolgt keine Zusammenrechnung.

Beteiligte Arbeitgeber am Umlageverfahren U2

Seit dem Inkrafttreten des Aufwendungsausgleichsgesetzes nehmen grundsätzlich alle Arbeitgeber am Umlageverfahren U2 teil.

Was wird durch das Umlageverfahren erstattet?

Ausgleichskasse U1

Im Umlageverfahren U1 werden erstattet:

  • Entgeltfortzahlung an Arbeiter und Angestellte im Krankheitsfall
  • Fortzahlung der Vergütung an Auszubildende im Krankheitsfall
  • der Arbeitgeberanteil an auf die weitergezahlten Bezüge entfallenden
  • Sozialversicherungsbeiträgen

Es werden höchstens 80% der Aufwendungen erstattet.

Hier haben die Krankenkassen Gestaltungsspielraum nach unten. Die Satzung der Kassen können abweichende Regelungen oder mehrstufige Modelle anbieten. Mindestens sind jedoch 40% zu erstatten.
Der Arbeitgeberanteil wird von manchen Krankenkassen durch einen prozentualen Zuschlag zum erstattungsfähigen Arbeitsentgelt abgegolten oder auch ganz ausgeschlossen.

Ausgleichskasse U2

Im Umlageverfahren U2 werden in voller Höhe also zu 100% erstattet:

  • Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld während der Schutzfrist und für den Entbindungstag
  • weitergezahltes Entgelt für die Dauer von Beschäftigungsverboten nach dem Mutterschutzgesetz
  • Arbeitgeberanteil an den Sozialversicherungsbeiträgen die auf den Mutterschutzlohn entfallen.

Verjährung

Der Anspruch auf die Erstattung verjährt in vier Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres in dem er entstanden ist.

Finanzierung

Zur Finanzierung der Rückerstattung der Lohnfortzahlung wurde ein Umlageverfahren eingerichtet. Die Umlagen U1 und U2 sind jeweils getrennt auszuweisen und zu entrichten. Diese Umlagen werden vom Arbeitgeber alleine getragen.

Jede Krankenkasse entscheidet selbst über die Höhe der Umlagesätze.

Der Umlageberechnung unterliegt das rentenversicherungspflichtige laufende Arbeitsentgelt. Einmalzahlungen sind nicht umlagepflichtig.

Wird zum Beispiel Kurzarbeitergeld gezahlt, wird die Umlage nur aus dem tatsächlichen Arbeitsentgelt ermittelt. Das sogenannte fiktive Entgelt wird nicht berücksichtigt.

Ist ein Beschäftigungsverhältnis von vornherein auf nicht mehr als vier Wochen befristet ist keine Umlage U1 zu berechnen weil hier auch kein Anspruch auf Entgeltfortzahlung besteht.

Zahlung der Umlage

Die Umlagen U1 und U2 sind zusammen mit den anderen Sozialversicherungsbeiträgen auf dem Beitragsnachweis an die Einzugsstellen von der Personalabrechnung, dem Steuerberater oder dem Lohnbüro zu übermitteln.

Entsprechen erfolgt die Zahlung gemeinsam mit den anderen SV-Beiträgen.

Hinweis für Arbeitgeber

Durch den Gestaltungsspielraum der Krankenkassen bei den Erstattungssätzen der U1 und den Beitragssätzen in den Umlagen U1 und U2 kann es zu erheblichen Unterschieden zwischen den Krankenkassen kommen. Allerdings sind den Wahlmöglichkeiten des Arbeitgebers hier durch das Kassenwahlrecht der Mitarbeiter Grenzen gesetzt.