Firmenwagenbesteuerung und die Auswirkung bei der Nutzung von E-Fahrzeugen

1%-Regel Elektro- oder Hybridfahrzeuge

Bekanntlich verfolgt die Bundesregierung das Ziel, den Anteil der E-Mobilität am deutschen Straßenverkehr zu erhöhen.
Unterstützt werden die Anschaffung von reinen Elektrofahrzeugen und solchen mit Hybridantrieb. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf die dienstliche und private Nutzung solcher Fahrzeuge.

Dazu hat die Bundesregierung ein neues Gesetz beschlossen. Es beinhaltet auch Änderungen im Lohnsteuerrecht bei E-Mobilität hat:

Gesetz zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften

Wird einem Arbeitnehmer ein betriebliches Kraftfahrzeug auch zur privaten Nutzung überlassen so ergeben sich daraus lohnsteuerrechtliche Verpflichtungen.
Die Vorteile aus der Überlassung zählen zum steuerpflichtigen Arbeitslohn des Arbeitnehmers und damit auch zum sozialversicherungspflichtigen Entgelt. Der Arbeitgeber hat den geldwerten Vorteil zu ermitteln.

Im Grundsatz stehen zwei Möglichkeiten der Bewertung zur Verfügung:

  1. die sogenannte pauschale Nutzungswertmethode oder auch 1% Regelung
  2. die individuelle Nutzungswertmethode mit Nachweis der entstandenen Kosten oder auch Fahrtenbuchmethode

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An dieser Stelle der Hinweis: falls der Arbeitnehmer für die private Nutzung des Fahrzeugs eine Zuzahlung oder ein Nutzungsentgelt leistet, so mindern diese den geldwerten Vorteil.
Diese steuerliche Minderung ist dann selbstverständlich auch bei der Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge zu berücksichtigen.

Ergänzend zur pauschalen Nutzungswertmethode

Wird ein vom Arbeitgeber unentgeltlich genutztes Fahrzeug auch für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte genutzt, so ist unabhängig von der Nutzung zu Privatfahrten zusätzlich mit monatlich 0,03 % des Listenpreises des Fahrzeugs für jeden Kilometer der Entfernung dieser Strecke zu bewerten und dem Arbeitslohn zuzuschlagen.
Anstelle der 0,03 % kann auch eine Einzelbewertung der Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit 0,002 des Listenpreises je Entfernungskilometer (Für maximal 180 Tage im Kalenderjahr) gewählt werden.

Worin besteht jetzt die Besonderheit bei Elektro- oder Hybridfahrzeugen?

Hintergrund für die Begünstigung dieser Fahrzeuge ist auf der einen Seite die Förderung der E-Mobilität an sich und auf der anderen Seite der Ausgleich der momentan immer noch deutlich höheren Preise im Vergleich zu konventionellen Fahrzeugen.

Die eigentliche Besonderheit besteht in der Veränderung der steuerlichen (und der sozialversicherungsrechtlichen) Bemessungsgrundlage.

Pauschalbesteuerung

Im Zeitraum vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2021 gilt folgende Regelung:

Für Elektro- oder Hybridfahrzeuge (im Sinne des § 3 Abs. 2 Elektromobilitätsgesetz) die nach dem 31.12.2018 und vor dem 01.01.2022 angeschafft werden, wird die Bemessungsgrundlage und damit der geldwerte Vorteil halbiert.

Dies gilt sowohl für die 1% Regelung als auch für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte (0,03%) sowie für die Familienheimfahrten im Rahmen der doppelten Haushaltsführung (0,002%). Dieser Vorteil erstreckt sich über die gesamte Nutzungsdauer des Fahrzeugs.

Für vor dem 01.01.2019 und nach dem 31.12.2021 angeschaffte Elektrofahrzeuge gilt der bisherige Nachteilsausgleich weiter. Das bedeutet die gestaffelte Reduzierung des Listenpreises um die Kosten des Batteriesystems:

Anschaffungsjahr des Kfz Listenpreisminderungsbetrag Höchstbetrag in €
2013 und früher 500 10000
2014 450 9500
2015 400 9000
2016 350 8500
2017 300 8000
2018 250 7500
2019 200 7000
2020 150 6500
2021 100 6000
2022 50 5500

Besteuerung nach Fahrtenbuch

Wird der Nutzungsumfang durch Belege und das Verhältnis der privaten zu den übrigen Fahrten durch das Führen eines ordnungsgemäßen Fahrtenbuches nachgewiesen, kann der Steuerpflichtige diese Aufwendungen der Besteuerung zugrunde legen. Hierbei werden die Anschaffungskosten für das Fahrzeug in Form der als Betriebsausgaben abzuziehenden Absetzungen für Abnutzung (kurz AfA) bei den entstandenen Aufwendungen berücksichtigt. Entsprechend der Halbierung der Bemessungsgrundlage für die Anwendung der Listenpreis-Regelung sind hier die entstandenen Anschaffungskosten zu halbieren.

Bei Nutzung eines geleasten oder gemieteten Fahrzeugs sind die Leasing- oder Mietkosten nur zur Hälfte zu berücksichtigen.

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